Dem Trend amerikanischer Unternehmen folgend, hat scheinbar auch die deutsche Wirtschaft in den vergangenen Jahren den Schritt zur "kleinen Rechtsabteilung" zwischenzeitlich in nahezu allen Branchen vollzogen. Als Konsequenz dieser Entwicklung verbleibt von den oft personalstarken Rechtsabteilungen der zurückliegenden Jahre heute häufig nur noch eine Speerspitze, der gleichwohl neben neuen, kooridinierenden Aufgabenfeldern viele derjenigen Pflichten auferliegen, die vormals in einem Team von vollzeittätigen Justitiaren gemeinschaftlich erledigt wurden.

Viele Dinge werden als Folge der vorbezeichneten Entwicklung nunmehr von den Unternehmen an externe Kanzleien vergeben, welche ihrerseits - z.B. auf Stundensatzbasis - diejenigen Arbeiten machen, die noch vor wenigen Jahren von Juristen des Unternehmens erledigt wurden.

Die Auslagerung von Aufgaben beschert indes de facto den verbliebenen "kleinen Rechtsabteilungen" nicht die Freiheit, einen Fall komplett "vergessen" zu können. Im Gegenteil bildet diese neue Form des Legal Departments nun zusätzlich die Schnittstelle zwischen externen juristischen und internen fachlichen Ansprechpartnern. Dies ist notwendig so, da realiter den externen Kanzleien der erforderliche Einblick in den konkreten Unternehmensablauf und die Personalstruktur fehlt und eine kontinuierliche Zuarbeit durch die "kleine Rechtsabteilung" unabdingbar ist.

An dieser entscheidenden Schnittstelle nun greift die Idee der Inhouse-Beratung ein: Denn wieviel reibungsloser kann der externe Jurist die ihm übertragenen Aufgaben lösen, wenn er unmittelbar in die Struktur des Unternehmens eingebunden ist? Idealerweise werden ihm dafür eigene Räumlichkeiten gestellt und feste Zeiten verabredet, zu denen er für Einzelfragen der Unternehmensangehörigen erreichbar ist.

Schon nach kurzer Zeit rechtfertigen die Effizienzgewinne diese Schritte, da durch den persönlichen Kontakt zwischen externem Berater und Angestellten des Unternehmens die Entlastung der verbliebenen Justitiare und ihrer "kleinen Rechtsabteilung" erst spürbar wird. Hemmungen werden abgebaut und ein fruchtbarer Informationsfluss ermöglicht.

Die Möglichkeit des Inhouse-Beraters, bei Fragen zu den ihm übertragenen Mandaten sofort und eigenverantwortlich den kurzen Weg zum richtigen Ansprechpartner in der entsprechenden Abteilung zu gehen, schlägt sich denknotwendig in einer verbesserten und reibungsärmeren Bearbeitung der an ihn ausgelagerten Mandate nieder.

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